Verhandlungstermin am AG Mannheim

2017-11-30T09:58:41+00:00 30. November 2017|

Nach dem Verhandlungstermin in Mainz ging es gestern Mittag vor dem Amtsgericht Mannheim um die Frage, ob dem Kläger gegen eine bundesweit agierende Baumarktkette ein Schadenersatzanspruch zusteht.

Der Kläger hatte in einer der Filialen der Beklagten unstreitig eine komplette Sanitäreinrichtung, bestehend aus einer Toilette mit Deckel, einer Duschwanne, einer Badewanne sowie einem Urinal erworben. Beim Kauf wies der Kläger im Beisein seiner Frau und des Schwagers daraufhin, dass das Urinal zwingend einen Deckel haben müsse. Der Verkäufer sagte, was zwischen den Parteien streitig ist, die Nachlieferung des Deckels für das Urinal zu, da dieser nicht vorrätig sei. Der Kaufpreis des Urinals mit Deckel belief sich auf unter 100,00 €.

Es kam wie es kommen musste. Der Kläger stellte sein komplett neu saniertes Badezimmer mit Hilfe des Monteurs fertig und nun teilte die Beklagte mit, dass ein Produktwechsel der Badezimmerserie stattgefunden hat und der Deckel des Urinals daher bundesweit nicht mehr lieferbar ist. Eine einvernehmliche Lösung konnten die Parteien nicht erzielen.

In der Folge erklärten wir, im Namen des Käufers, den Rücktritt von dem geschlossenen Kaufvertrag und klagten auf Schadenersatz für die Demontage der gesamten Sanitäreinrichtung und die anschließende Wiederherstellung des Badezimmers. Da durch den Produktwechsel auch die Farbgestaltung geändert wurde, kann sich nach Auffassung des Klägers ein neues Urinal mit Deckel der neuen Badezimmer Serie, nicht harmonisch einfügen, zumal die Aufhängung des Urinals ebenfalls geändert wurde und daher zumindest eine Demontage der bereits verbauten Urinalhalterung notwendig sei. Die Kosten der Demontage belaufen sich netto auf 2.300,00 €

Die vernommen Zeugen bekundeten wechselseitig glaubhaft den von den Parteien unterschiedlich dargestellten Verlauf des Verkaufsgespräches, um die Problematik des Urinal mitsamt Deckel. Die Entscheidung wird noch dieses Jahr ergehen.

Im Nachgang der Verhandlung äußerte der Richter noch, dass der Gegenstand des Verfahren doch eher kurios sei und er auch nach der Zeugenvernehmung beide Versionen des Geschehens für glaubhaft halten würde, wobei der Kläger glücklicherweise auf zwei Zeugen zurückgreifen konnte.