Verhandlung am LG Mainz

2018-02-15T17:24:17+00:00 15. Februar 2018|

Das heute Mittag vor dem Landgericht Mainz geführte Verfahren hatte einen nicht ganz alltäglichen Inhalt. Die Parteien streiten darüber, ob ein Schenkungsversprechen über eine Immobilie von einem Wert von über 300.000,00 € wirksam wegen groben Undanks der Beschenkten angefochten wurde.

Der von uns vertretene Kläger stützte seine Argumentation hinsichtlich des groben Undanks darauf, dass die Beschenkte, bei der es sich um dessen Adoptivtochter handelt, nach der Übertragung der Immobilie nicht mehr für ihn da gewesen sei und auch den Kontakt abgebrochen habe. Zudem soll sie gegenüber dem Neffen des Klägers, anlässlich dessen stationären Aufnahme wegen einer akuten Erkrankung geäußert haben, dass der Neffe mit ihm Blutsverwandt sei und er sich deshalb um seinen Onkel kümmern soll.

Die Beklagte trug im Laufe des Verfahrens vor, dass deren unstreitig getätigte Äußerung hinsichtlich der Blutsverwandtschaft zu ihrem Adoptivvater, völlig aus dem Zusammenhang gerissen sei. Das Gericht müsse den Kontext des zuvor geführten Nachrichtenwechsels zwischen der Beklagten und dem Neffen des Klägers berücksichtigen. Der Neffe hatte insofern gegenüber der Beklagten in der Vergangenheit geäußert, dass er diese nicht zur Verfügung stehen, da keine Blutsverwandtschaft bestehe. Insofern sei die Äußerung nicht als grober Undank zu verstehen, sondern vielmehr eine Retourkutsche gegenüber dem Neffen des Klägers. Die Entscheidung wird für Ende Februar erwartet.