Verkehrsrecht – 2. Termin am LG Mainz

2018-03-07T02:19:15+00:00 7. März 2018|

Nachdem Ende letzten Jahres der erste Verhandlungstermin am Landgericht Mainz stattfand, bei dem der Beklagte angesichts verspäteter Terminsladung nicht zu diesem erschienen ist, wurde am gestrigen Dienstag der zweite Verhandlungstermin durchgeführt. Neben dem Beklagten zu 1., der den gegnerischen Lkw lenkte, der nach diesseitiger Auffassung auch den Unfall auf der B9 in einer regnerischen Nacht Ende des Jahres 2016 verursachte, indem er die Spur wechselte, wurde auch die den Verkehrsunfall aufnehmende Beamtin der Polizeiinspektion Worms vernommen.

Nach Auffassung des Gerichts war die Zeugin ebenso glaubwürdig, wie der im ersten Termin vernommene Zeuge, der bei der Klägerin angestellt ist und glüpcklicherweise bei dem Unfall nur leicht verletzt wurde. Die Aussagen dieser beiden Zeugen stehen im Widerspruch zu dem von dem Beklagten zu 1. geschilderten Unfallhergang, der sich im Rahmen der Befragung widerrum in diverse Widersprüche verstrickte. Das Verfahren und die Befragung des Beklagten wurde zusätzlich durch den Einsatz einer Dolmetscherin für die rumänische Sprache erschwert.

Das Gericht hat eine Entscheidung für Ende März angekündigt, nachdem die gegenerische Prozessbevollmächtigte noch im Rahmen der mündlichen Verhandlung die Einholung eines Sachverständigengutachtens beantragte. Jenes Verfahren ist nach diesseitiger Auffassung ein Klassiker im Hinblick auf die bei vielen Verischerern vorherrschende Verzögerungstaktik bei der Unfallabwicklung, bei gleichzeitiger Außerachtlassung der Wirtschaftlichkeit ihrer Handlungen. Das beantragte Sachverständigengutachten wird die beklagte Versicherung zusätzlich einen Drittel der eigentlichen Klageforderung kosten. Der Ausgang des Verfahrens ist zwar noch offen, jedoch tendiert die Vorsitzende nach eigener Einschätzung dazu, der Klage antragsgemäß stattzugeben.