Strafrecht – Hauptverhandlung am AG Mainz – Jugendschöffengericht

2018-03-11T12:15:53+00:00 11. März 2018|

Am Mittwoch den 07.03.18 mussten sich vier heranwachsende Angeklagte wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung verantworten. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft haben die 4 nach einem Besuch der Dienheimer Kerb gegen ca. 3:30 Uhr gemeinschaftlich handelnd auf den mutmaßlich Geschädigten zunächst eingeschlagen und als dieser später am Boden lag, auch auf diesen eingetreten.

Im Rahmen des ersten Hauptverhandlungstermins ließen sich alle Angeklagten zur Sache ein und schilderten die Ereignisse übereinstimmend anders als angeklagt.

Die Beweisaufnahme ergab, dass sowohl der mutmaßlich Geschädigte, als auch eine weitere Zeugin sowie die Angeklagten seit ca. 16.00 Uhr diverse alkoholische Getränke zu sich genommen hatten, bevor es letztendlich zu einer Auseinandersetzung zwischen zunächst einem der Angeklagten und dem mutmaßlich Geschädigten gekommen sein dürfte. Dieser Angeklagte rief so dann zwei der drei Mitangeklagten hinzu, woraufhin es zu einer zweiten körperlichen Auseinandersetzung kam.

Der von mir vertretene Angeklagte wurde durch die Einlassung seiner Mitangeklagten, sowie der Zeugin entlastet, die übereinstimmend angaben, dass sich dieser bereits mehrere Stunden, vor dem angeklagten Ereignis von der Gruppe verabschiedet hatte. Lediglich der mutmaßlich Geschädigte konnte sich, abgesehen von partieller, wahrscheinlich alkoholbedingter Erinnerungslücken noch „mit 100 prozentiger Sicherheit daran erinnern, dass er massiv angegangen wurde und zahlreiche Tritte und Schläge der vier Angeklagten hat einstecken müssen.“

Das Gericht gab bereits bei der Vernehmung des mutmaßlich Geschädigten zu Bedenken, dass es an der Glaubwürdigkeit des Zeugen beträchtliche Zweifel habe. Angesichts der Aussage des mutmaßlich Geschädigten und der Zeugin wurde in Abstimmung mit den vier Verteidigern ein Fortsetzungstermin bestimmt.