Am bereits dritten Verhandlungstag vertreten wir vor dem Wormser Amtsgericht  einen Betroffenen, dem in Osthofen vorgeworfen wird, sein Fahrzeug in einer durchfahrtbeschränkten Straße geparkt zu haben, in der er selbst Eigentümer eines Grundstückes ist, dass er täglich aufsucht. Die allseits bekannte Hilfspolizisten hatte bereits in ihrer ersten Vernehmung als Zeugin bekundet, der Fahrzeughalter sei kein Anlieger und deshalb auch nicht durchfahrtsberechtigt. Auf die Frage, wie man den Anlieger definiere entgegnete sie, dass das Fahrzeug des Betroffenen nicht geparkt sondern abgestellt sei, was sich anhand von diversen Lichtbildaufnahmen bestätigen ließe.

In der darauf folgenden Hauptverhandlung wurden sodann die eingeholten Auskünfte aus dem Grundbuch verlesen, um die Anliegereigenschaft des Betroffenen nachzuweisen. Gleichzeitig wurden diverse Lichtbildaufnahmen, die in unregelmäßigem Abstand von mehreren Monaten angefertigt worden waren, in Augenschein genommen. Da die Vorsitzende Richterin die Anliegereigenschaft noch nicht als erwiesen ansah, wurde eine Zeugeneinvernahme des Mieters und gleichzeitigen Sohnes des Betroffenen beantragt, woraufhin ein erneuter Fortsetzungstermin bestimmt wurde.

Im dritten Hauptverhandlungstermin schilderte der Sohn des Betroffenen glaubhaft, dass er sich noch gut an die gesamte Woche, in der auch der Parkverstoß festgestellt worden sei, erinnern könne, da man in dieser Woche nahezu ununterbrochen renoviert habe, um das Kinderzimmer für dessen Geburtstag neu herzurichten. Außerdem wurde auch erneut die bereits am ersten Hauptverhandlungstermin vernommene Hilfspolizistin geladen. Diese schilderte unter Vorlage und erneuter in Augenscheinnahme der von ihr gefertigten Lichtbildaufnahmen, dass das Fahrzeug nicht bewegt werde und der Betroffene deshalb ordnungswidrig gehandelt habe und zur Verantwortung zu ziehen sei. Auf die anschließende Befragung der Verteidigung gestand die Zeugin jedoch ein, die exakte Position des Fahrzeuges und auch die Stellung der Ventile, nie überprüft und dokumentiert zu haben.

Nach Auffassung der Verteidigung hat sich der Vorwurf bislang nicht bestätigt. Daher wird das Gericht nunmehr in einem vierten Hauptverhandlungstermin die Frage klären, ob der Betroffene zur mutmaßlichen „Tatzeit“ im Schichtdienst bei einem bekannten Chemiekonzern aus Ludwigshafen tätig gewesen ist und sich die glaubhafte Schilderung des Mieters des Anwesens, als unwahr belegen lassen wird. Der Ausgang des Verfahrens bleibt somit noch offen.