Im Anschluss an die Hauptverhandlung in Mainz führte mich mein Weg zum Amtsgericht nach Linz am Rhein. Dort musste sich ein ehemaliger Insassen der JVA Diez, der angesichts eines Übergriffes auf die Beamten des Vollzugsdienstes in die JVA Zweibrücken verlegt wurde, wegen des Vorwurfes des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten.

Der Häftling war im Oktober, im Rahmen einer Maßnahme, aus der JVA Diez geflohen und letztendlich nach wenigen Tagen auf der Flucht mit 0,22 Gramm Amphetamin aufgegriffen worden. Neben der geringen Menge an Betäubungsmittel führte er neben einem Einhandmesser auch noch eine Säge bei sich. Der Vorwurf des Verstoßes gegen das Waffengesetz klagte die Staatsanwaltschaft Koblenz schlussendlich nicht an, so dass sich der Angeklagte geständig einließ.

Im Ergebnis folgte das Gericht dem Antrag der Verteidigung und verurteilte den Angeklagten zu 3 Monaten Freiheitsstrafe, welche angesichts der negativen Sozialprognose nicht zur Bewährung ausgesetzt werden konnte. Die Staatsanwaltschaft beantragte hingegen 5 Monate Freiheitsstrafe, da man den Umstand der Flucht und der enormen Vorstrafen berücksichtigen müssen. Weiterhin führte die Staatsanwaltschaft aus, dass der Angeklagte mit knapp 7 Jahren verbüßter Freiheitsstrafe enorm hafterfahren sei und daher eine Freiheitsstrafe von 5 Monaten angemessen wäre.

Schlussendlich erklärte die Verteidigung unmittelbar nach Urteilsverkündung Rechtsmittelverzicht, so dass die Strafe auch unmittelbar rechtskräftig wurde.