Am heutigen Morgen musste sich der Angeklagte vor dem Wormser Amtsgericht gegen den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung verteidigen. Der Anklageschrift konnten die Anwesenden entnehmen, dass eine zunächst verbale Auseinandersetzung in einem Leiterwurf des Angeklagten geendet und der mutmaßlich Geschädigte hierdurch eine Thoraxprellung und eine Gehirnerschütterung erlitten haben soll.

Der Angeklagte schwieg auf Anraten der Verteidigung zu dem Vorwurf, weshalb zunächst der mutmaßlich Geschädigte und so dann die weiteren vier Zeugen vernommen wurden. Jeder der Zeugen schilderte eine andere Version der Geschehensabläufe. Mal wurde die 6-sprossige Holzleiter, deren Gewicht vielfach auf 20 KG geschätzt wurde, energisch zur Seite geschoben, mal wurde sie mit zwei Händen gezielt geworfen, worauf es zur Rauferei kam. Der letzte Zeuge gab sogar an, dass sich die Leiter zu keinem Zeitpunkt bewegt und keine körperliche Auseinandersetzung stattgefunden habe.

Nach etwa eineinhalbstündiger Zeugenvernehmung, würdigte die Verteidigung den Inhalt der Zeugenaussagen inhaltlich und merkte an, dass man zur weiteren Sachverhaltsaufklärung neben den hinzugerufenen Beamten der Polizeiinspektion Worms auch noch die ein Attest für den mutmaßlich Geschädigten ausstellende Ärztin, als Zeugen vernehmen sollte.

Hieraufhin würdigte die Vorsitzende die Vernehmung der Zeugen und stellte eine Verfahrenseinstellung gemäß § 153 StPO in den Raum. Nach kurzer Unterbrechung der Hauptverhandlung und Erörterung der Konsequenz der Verfahrenseinstellung mit dem Angeklagten, stimmte die Verteidigung dem Vorgehen zu, so dass der Angeklagten den Gerichtsaal wieder verlassen konnte. Der Mandant war mit dem Verfahrensverlauf und auch dem -ausgang höchst zufrieden.