Am gestrigen Freitag stand für die von uns vertretene Klägerin viel auf dem Spiel. Vorgerichtlich regulierte die gegnerische Haftpflichtversicherung lediglich 50% des der Klägerin, anlässlich eines Verkehrsunfalles im Zellertal vor einem Jahr entstandenen Schadens. Da die Klägerin beweisbelastet war, wurde ein Unfallrekonstruktionsgutachten eingeholt, wofür die Klägerin zunächst einen Vorschuss von 2.500,00€ zahlen musste, da sie nicht über eine Rechtschutzversicherung verfügte. Nach der Erstattung des Gutachtens durch den gerichtlich bestellten Sachverständigen in der mündlichen Verhandlung, wofür ein erneuter Vorschuss von 750,00€ fällig wurde, konnte die Klägerin den Nachweis führen, dass sie zum Unfallzeitpunkt gestanden hat, wodurch die Haftungsquote der Klägerin auf 0% sank.

Streitig ist nun nach Auffassung des Vorsitzenden lediglich noch die Erforderlichkeit eines Teils der Mietwagenkosten. Hierzu werden wir erneut vortragen, so dass anschließend ein Urteil noch in diesem Jahr zu erwarten ist.

Im Hinblick auf die Klageforderung von knapp 2.000,00€ hätten viele Geschädigte das Prozess- und vielmehr das Kostenrisiko ohne eine Rechtschutzversicherung im „Nacken“ gescheut, nicht so die Klägerin, die im Rahmen der mündlichen Verhandlung zu Protokoll gab, dass es mit 55 Jahren ihr erster Verkehrsunfall ist, der dann gleich „total ausartet“.

Dieser Prozess ist jedoch einmal mehr sinnbildlich für die Vorgehensweise der Versicherungswirtschaft bei KFZ-Haftpflichtschäden.

Im Hinblick auf die gängige Praxis der Versicherungswirtschaft ist jedem Geschädigten nur zu empfehlen, einen Verkehrsunfall nie ohne einen Rechtsanwalt zu regulieren. Es ist, auch wenn es den meisten Geschädigten nicht bewusst ist, ein „Kampf David gegen Goliath“