Am vergangenen Donnerstag musste sich der von uns vertretene Angeklagte erneut vor dem Amtsgericht Neustadt an der Weinstraße verteidigen.

Über den ersten Hauptverhandlungstag haben wir bereits berichtet (weitere Infos: https://kanzlei-osthofen.com/2018/12/05/verkehrsrecht-hauptverhandlung-am-ag-neustadt/)

Auf den, nach Auffassung der Verteidigung unnötigen Antrag der Staatsanwalt Frankenthal, wurde ein Unfallrekonstruktionsgutachten mit den Fragen eingeholt, ob die vorhandenen Fahrzeugschäden kompatibel sind und der Angeklagte die Berührung der Fahrzeuge hätte wahrnehmen können.

Der Sachverständige erstatte sein bereits zuvor schriftlich angefertigtes Gutachten nunmehr mündlich.

Wie mit einer Briese Menschenverstand voraussehbar, widersprach der Sachverständige den Zeugenaussagen nicht und bestätigte die Ausführungen der Verteidigung zu 100 %. Der Angeklagte hatte auf Anraten der Verteidigung bis zum letzten Wort geschwiegen.

Im Hinblick auf die Feststellung des Sachverständigen, dass die minimalen Schäden an den Fahrzeugen lediglich teilweise kompatibel sind, gelangte er wiederum zu der Schlussfolgerung, dass die Kollision, wie für die Zeugen, ebenfalls für den Angeklagten nicht wahrnehmbar gewesen ist.

Der Vorwurf des unerlaubten Entfernens vom Unfallort, die sogenannte Verkehrsunfallflucht, bestätigte sich somit zweifelsohne nicht.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft Frankenthal beantragte daraufhin den Angeklagten freizusprechen.

Die Verteidigung schloss sich zwar dem Antrag an, rügte jedoch gleichzeitig die desaströse Verfahrensführung durch die Staatsanwaltschaft und die Tatsache, dass die für die entstandenen Verfahrenskosten verantwortliche Staatsanwältin es nicht für angemessen erachtet haben muss, die Früchte ihrer Arbeit in der Hauptverhandlung zur Kenntnis zu nehmen und den Freispruch des Angeklagten zu beantragen.

Der Angeklagte verließ den Gerichtssaal daher mit weißer Weste und war offensichtlich mehr als erleichtert, nachdem er sich knapp 2 Jahre dem Vorwurf ausgesetzt gesehen hat, sich wegen Verkehrsunfallflucht strafbar gemacht zu haben.