Die Justiz, aber auch die Anwaltschaft befindet sich insgesamt im Wandel. Manch ein Kollege fühlt sich von der „Industrialisierung“ der Anwaltschaft bedroht, manch einer nutzt die günstige Gelegenheit und beendet sein Anwaltsdasein genau aus diesem Grund.

„Legal Tech“ und die These, kann die Anwaltschaft durch komplexe Software ersetzt werden, ist in aller Munde.

Die technische Unterstützung spielt heute in allen Berufszweigen eine immer wichtiger werdende Rolle, warum sollte diese Entwicklung nicht auch die Anwaltschaft betreffen. Die Digitalisierung bietet gerade kleineren Kanzleien die Möglichkeit, durch Standardisierung und Spezialisierung auch weiterhin auf dem Rechtsberatungsmarkt bestehen zu bleiben. In der Konsequenz ist zu prognostizieren, dass der Generalist und somit der weitläufig als „Feld-Wald-Wiese“ bekannte Anwalt, früher oder später nicht mehr existieren wird.

Da diese Entwicklung absehbar war, auch wenn sie noch nicht abgeschlossen ist, führen wir unsere Akten ausschließlich elektronisch und haben auch die Kommunikation, sei es mit dem Mandanten, Kollegen oder den Gerichten hierauf weitestgehend angepasst. Sicherlich ist das papierlose Büro zur Zeit noch nicht vollständig umsetzbar, aber dennoch größtenteils Realität.

Den nächsten Schritt, den es nun zu gehen gilt, ist die nachweisliche Spezialisierung. Obwohl das Kanzleiteam eine nicht unerhebliche Zahl von Geschädigten aus Verkehrsunfällen und beispielsweise Beschuldigten in Straf- und Bußgeldverfahren vertritt und in der Vergangenheit bereits vertreten hat, ist uns die Bezeichnung als Spezialist im Verkehrsrecht bislang verwehrt. Diese Formulierung ist den Fachanwälten vorbehalten, welche durch den Nachweis besonderer theoretischer und praktischer Sachkunde  gestattet ist, diese Spezialisierung auch werblich zu nutzen.

Dieser Titel umfasst jedoch nur die Spezialisierung des Rechtsanwaltes, nicht auch des Kanzleiteams. Daher haben sich Frau Kreusel und Frau Binnefeld in der vergangenen Woche auf eine zweitägige Fortbildung nach Mannheim begeben, um sich in der Unfallsachbearbeitung zertifizieren zu lassen. Zeitgleich erfolgte die Anmeldung des Herrn Schnabel zur Erlangung der theoretischen Sachkenntnis im Verkehrsrecht bei einem Seminaranbieter in Schwetzingen. Das Ende des Fachanwaltslehrganges ist für April 2020 angesetzt und umfasst 120 Zeitstunden, in denen die spezifischen Kenntnisse im Verkehrsrecht vermittelt und anhand von 6 Klausurterminen überprüft werden.