Für heute waren gleich drei Strafverfahren am Amtsgericht Worms terminiert.

Im ersten Verfahren musste sich der unter laufender Bewährung stehende Angeklagte gegen den Vorwurf der Sachbeschädigung verteidigen. Die Anklage wirft ihm vor, gleich vier Reifen an einem Fahrzeug eines Schuldirektors zerstochen zu haben. Ein Nachbar war als Zeuge geladen und will das Tatgeschehen aus seinem Arbeitszimmer beobachtet haben. Als der Zeuge jedoch bekundete, den Angeklagten im Rahmen der ersten Wahllichtbildvorlage nicht erkannt zu haben, waren alle Verfahrensbeteiligten sichtlich erstaunt. Grund hierfür war, dass sich in den Akten lediglich eine Wahllichtbildvorlage befand. Da die Erste offensichtlich nicht aktenkundig wurde, wird die Hauptverhandlung in 2 Wochen fortgesetzt. Zu jenem Termin wird der leitende Ermittlungsbeamte sowie ein von der Verteidigung  benannter Zeuge geladen werden. Der Ausgang des Verfahrens ist somit offen.

Im unmittelbar darauffolgenden Hauptverhandlungstermin musste sich ein Britte gegen den Vorwurf der gefährlichen Korperverletzung verteidigen. Laut Anklage soll es zu einem Steinwurf aus dem ersten Obergeschoss eines Wohnhauses in Westhofen im Rahmen des Traubenblütenfests im vergangenen Jahr gekommen sein. Da der Angeklagte der deutschen Sprache nicht ausreichend mächtig war, wurde eine Dolmetscherin für die englische Sprache bestellt. Auf Anraten der Verteidigung schwieg der Angeklagte zu den Vorwürfen. Der mutmaßlich Geschädigte war trotz ordnungsgemäßer Ladung nicht erschienen, so dass die Hauptverhandlung ausgesetzt und dessen Vorführung zum nächsten Termin beschlossen wurde.

Im dritten Hauptverhandlungstermin hatte sich der zum Tatzeitpunkt 15 und heute 18 jährige Angeklagte wegen des unerlaubten Handeltreibens mit hochwertigen Cannabis in 13 Fällen vor dem Jugendschöffengericht zu verantworten. Die Verteidigung hatte bereits vorab signalisiert, dass sich der Angeklagte vollumfänglich geständig einlassen wird. Anlässlich einer Hausdurchsuchung im Jahr 2017 waren eine größere Menge Bargeld, diverse Mobiltelefone, Betäubungsmittel und auch eine Schreckschusspistole aufgefunden worden. Die umfangreiche Auswertung der Mobiltelefone belegten die angeklagten Taten. In Anbetracht des Zeitablaufes, des Geständnisses, der bisherigen Straffreiheit und der Tatsache, dass der Angeklagte seinen eigenen Cannabiskonsum durch den Verkauf finanzierte, wurde lediglich die Schuld des Angeklagten festgestellt und diesem eine Reihe von Auflagen und Weisungen erteilt. Es bleibt abzuwarten, ob der Angeklagte die Botschaft des Vorsitzenden verstanden hat und die (Vor-) Bewährungszeit von 2 Jahren unauffällig verstreichen lässt. Ingesamt war der Angeklagte mit dem gefundenen Ergebnis zufrieden, weshalb unmittelbar Rechtsmittelverzicht erklärt wurde.